Archiv 2012

   

Arbeitseinsatz an der Parkmauer am 16. 8. 2012

Bei besten Wetterbedingungen trafen sich am Donnerstag den 16. August 2012 um 14 Uhr die üblichen aktiven Vereinsmitglieder vor dem Gewächshaus, um in einer konzertierten Aktion dem seit letztem Jahr stark zugenommenen Wildwuchs an der Parkmauer entgegenzutreten. Auch unser Senior und Protokollführer ließ es sich nicht nehmen, seinen Beitrag zu leisten.

Bis etwa 17h30 waren etwa 40 m der Parkmauer von Verbuschung, kleineren Bäumchen und den alles beherrschenden Brombeeren und wildem Wein befreit. Die Abfuhr des abgeräumten Bewuchses zur Eisenberger Grünabfalldeponie erfolgte durch einen Kleinunternehmer aus der Gegend, der dies für den Verein sehr kostengünstig durchführte.

Durch Anklicken des nachfolgenden Bildes öffnet sich ein kleines Album mit Bildern von unserer Arbeit.

Auch Nichtvereinsmitglieder können gerne bei den nächsten derartigen Aktionen mithelfen. Wer Lust dazu hat sollte sich am besten bei unserem 1. Vorsitzenden, Herrn Biesterfeldt, oder Herrn Dr. Kern melden. Die entsprechenden Kontaktdaten befinden sich auf der Seite Kontakte.


Parkführungen im Rahmen der RHEINPFALZ-Sommeraktion

Am Mittwoch den 11. Juli und wegen der großen Nachfrage nochmals ein Woche später, führte unser Vereinsmitglied Dr. Ferdinand Kern im Rahmen der Sommeraktion der Tageszeitung DIE RHEINPFALZ jeweils 25 interessierte Leser durch den Landschaftspark. Am Ende der Führung konnten die Teilnehmer in der Orangerie bei kostenlos gereichten Getränken und kleinen Häppchen ihre Eindrücke austauschen. Der kleine Spendentopf wurde jeweils gut gefüllt - hilfreich für die Parkerhaltungsmaßnahmen.

Die beiden hierüber in der RHEINPFALZ erschienenen Artikel finden sie, jeweils als pdf-Datei, hier (Artikel vom 13. 7.) bzw. hier (kurzer Artikel vom 19. 7.) zum Nachlesen.


Vorstellung des Fördervereins in der RHEINPFALZ

In der Tageszeitung DIE RHEINPFALZ vom 23. Juni 2012 wurden auf der Lokalseite der Stadt Eisenberg der Förderverein und seine Arbeit vorgestellt. Den gelungen Artikel finden Sie hier als pdf-Datei zum Nachlesen.


Restaurierung des Gewächshauses - Treffen mit dem Denkmalamt

Am 18. Juni 2012 fand ein Ortstermin mit dem Denkmalamt wegen der Restaurierung des ehemals beheizten Gewächshauses von 1910 statt. Bseprochen wurde dabei das dem Denkmalamt schriftlich vorliegende Restaurierungskonzept (erstellt von unserem Vereinsmitglied Herrn Dr. Sauer, Architekt). An dem Ortstermin nahm seitens der Generaldirektion Kulturelles Erbe Frau Dr. Wenzel teil. Der Verein war vertreten durch den 1. Vorsitzenden, Herrn Biesterfeldt, sowie Herrn Dr. Kern Kern und Herrn Meysel.

Fazit des Ortstermins ist, dass das Konzept als gut beurteilt wurde und dass nun auf seiner Grundlage eine Einholung von Angeboten der fachbezogenen Gewerke (Rohbau, Verglasung, Stahlarbeiten, Sanitär, Elektro, Steinmetz, Schlosserarbeiten) erfolgen und spätestens für Anfang 2013 ein entsprechender Förderantrag bei der Generaldirektion Kulturelles Erbe eingereicht werden soll.

Dank der Einnahmen aus dem Bärlauchfest sind wir dem Ziel der Restaurierung des Gewächshauses ein Stück näher gekommen. Hierfür danken wir allen Besuchern.


Türkensaal während des Bärlauchfest am 22. April 2012 erstmals der Öffentlichkeit zugänglich

Der „Türkensaal“ aus dem Palais Engelhorn, eine Art pfälzisches „Bernsteinzimmer”.

„Ach hier ist der Türkensaal!” rief die Direktorin des Reiss Museums aus Mannheim begeistert aus, „mein Kurator sucht ihn!” Ein pfälzisches „Bernsteinzimmer”?
Der sog. „maurische Saal” oder „Türkensaal” wurde von Friedrich Engelhorn, dem Begründer der Badischen Anilin- & Soda-Fabrik AG (BASF), in sein Palais gegenüber des Schlosses in Mannheim mit vielen originalen Details aus Konstantinopel eingebaut. Es war damals große Mode, die Gäste im türkischen Ambiente zu empfangen und zu bewirten. Er war reich verziert mit Stuck, Kronleuchtern, farbigen Bleiverglasungen, arabischen Flechtbandornamenten, Supraporten mit einem Trophäenarrangement aus arabischen Säbeln, Dolchen und Helmen. Im Saal standen orientalische Teetische mit reichlichen Permuteinlagen, Sessel und Sofas .
Als Friedrich 1902 starb, stritten sich die Töchter um den prachtvollen Saal und konnten sich nicht einigen. Seine Tochter Elise, die den Eisenberger Unternehmer Eugen Freiherr von Gienanth geheiratet hatte, machte kurzen Prozess. Ehe es sich die anderen versehen hatten, war der Saal abgebaut, mit Pferdewagen über den Rhein transportiert und in Eisenberg wieder aufgebaut! Elise, die 1890 verwitwet war, führte hier von 1890 – 1910 das Eisenhüttenwerk, um diese Zeit eigentlich undenkbar für eine Frau! Aber sie hatte das Unternehmertum ihrees Vaters im Blut. Sie gründete auch 1903 mit anderen die Eisenberger Klebsandwerke.
Im Türkensaal in Eisenberg wurden Gäste empfangen. Der letzte hohe Gast war kurz vor dem zweiten Weltkrieg der Kronprinz Rupprecht von Bayern.
Während und nach dem Krieg diente das Herrenhaus der Aufnahmen von Flüchtlingen. Damals wurden Möbel im Türkensaal verstaut, um Platz zu schaffen.
Ulrich von Gienanth holte Ende der sechziger Jahre Türken als Gastarbeiter nach Eisenberg. Für sie ließ er den Saal räumen, klebte die Spiegel mit Tapeten ab und schuf als erster Unternehmer in Deutschland damit eine Moschee für die türkischen Mitarbeiter und ihre Familien. Als diese 1985 im Stadtzentrum ihre eigene Moschee bauten, wurde der Saal wieder frei. Heute dient er als Ausstellungsraum für Gießereiprodukte der Fa. Gienanth GmbH. Inzwischen streiten sich die Kulturministerien von Baden Württemberg und Rheinland-Pfalz, um den Türkensaal. Das Reissmuseum hätte ihn gerne wieder, aber die Pfälzer wollen ihn nicht gehen lassen!

Bild des Türkensaals
Alte Fotografie des Türkensaals.

Der Türkensaal wird anläßlich des Bärlauchfestes am 22. April dieses Jahr erstmals der Öffentlichkeit gezeigt.

Noch zwei alte Fotos zum Thema. Auf dem ersten ist Elise Engelhorn zu sehen, die den Türkensaal nach Eisenberg brachte und deren Gewächshaus von 1911 der Dreh- und Angelpunkt für alle Ativitäten des Fördervereins und des Bärlauchfests ist. Das zweite Foto zeigt den Kamin im Türkensaal mit den abgeklebten Spiegeln.

Elise kamin


5. Bärlauchfest im Park am 22. April 2012 - 11 bis 16 Uhr

Wir freuen uns darauf, am Sonntag den 22. April 2012 zwischen 11 und 16 Uhr mit Ihnen zusammen, das 5. Bärlauchfest im Landschaftspark Friedrich-von-Gienanth feiern zu können.

Es gibt wieder:
• Gerichte rund um den Bärlauch (Bärlauchsuppe, Bärlauchwürste etc.)
• Bärlauchpesto und Kräutersalz aus Eigenproduktion
• Getränke mit und ohne Alkohol
• Kaffee und Kuchen
• Kostenlose Parkführungen (Treffpunkt: Gewächshaus, Uhrzeiten: 11h-12h-13h-14h-15h)

Die Führungen werden wieder bis auf das Gelände der Fa. Gienanth erfolgen und wir hoffen, dass es gelingen wird den unter Denkmalschutz stehenden sog. "Türkensaal" in die Führung miteinbeziehen zu können.

In der restaurierten Orangerie (Bild1, Bild2) wird Musik dargeboten, der bei einem Gläschen Sekt oder Pomeranzenbowle gelauscht werden kann. Für die Kinder werden in der Nähe des Gewächshauses beaufsichtigte Spielmöglichkeiten vorhanden sein.

Die Anfahrt zum Bärlauchfest ist beschildert. In Eisenberg Richtung Ramsen bzw. Enkenbach-Alsenborn fahren und dann kurz nach Passieren der Fa. Oerlikon den Parkplatz auf der rechten Seite nutzen. Von hier aus ca. 5 Minuten zu Fuß weiter Richtung Ramsen bis zum Parkeingang gegenüber der Fa. Gebr. Gienanth gehen.
Einen Anfahrtplan finden Sie auf der Seite "Die Lage des Parks".

Für Bahnfahrer: vom Bahnhof Eisenberg der Beschilderung folgen (15 Minuten Fußweg).


Aufräumarbeiten im Park und am Gewächshaus am 12.11.2011

Unsere Mitglieder Herr Hollidt und Herr Dr. Kern haben gemeinsam folgende Beschreibung konzertierten Aufräumaktion verfasst.

Der Vorstand hatte gerufen, und fast alle kamen — zumindest die, die auch sonst immer kamen. Es galt, in einem herbstlichen Arbeitseinsatz den westlichen Teil des Gewächshauses, der mit den Jahren ohne Kenntnis des Vereins zu einer Schuttablage heruntergekommen war, auszuräumen und den Schutt zu beseitigen, eine Notwendigkeit vor der Aufnahme von Baumaßnahmen zur Einrichtung einer angestrebten Toilettenanlage. Außerdem galt es, groben Laubfall einzusammeln, Efeu- und Rosenranken, die dem Mauerwerk zusetzten, zu entfernen und Parkfiguren wie den beiden Löwen und dem Engel den vorhandenen Witterungsschutz wieder überzustülpen.
Pünktlich, wie gewohnt, wurde mit den Arbeiten um 10:00 Uhr begonnen. Eine Mulde (Schuttcontainer) war am Vortag bereitgestellt worden. Werkzeug, wie Schubkarre, Schaufeln, Eimer waren mitgebracht oder vom fleißigen Renovierer des Schweizerhauses gestellt worden.
Nachdem ein Haufen von Fragmenten von Terrakotta-Parkfiguren umgelagert worden war (eine Zusammensetzarbeit für Archäologiestudenten?) stellte sich bald heraus, dass sich die Arbeiten hinziehen würden. Der ehemalige Heizungskeller war randvoll und über zwei Meter tief mit Schutt und Abfällen aus vielen Jahren verfüllt. Da das „Grabungsniveau" mit Fortschritt der Arbeiten immer tiefer sank, mussten die sich abwechselnden Ausgräber die mit Schutt befüllten Eimer zuletzt „über Kopf' hinaufwuchten. Zurück blieb der freigelegte und völlig verrostete Heizkessel sowie noch nutzbare Mengen von Sand und Steinen für die Anhebung des Bodenniveaus für einen späteren Ausbau.
Bemerkenswerte Fundstücke: ein weiterer kleiner Ofen, eine Kegelkugel und eine Sammeltasse. Der Metallschrott war anderntags dem Alteisenmann 10 Euro wert.
Zum Mittagessen stand eine gedeckte Tafel mit Kartoffelsuppe und Würstchen, Brot und Getränken bereit, was gerne angenommen wurde. Dem Koch Ludwig Kunkel und den Initiatoren wurde noch einmal extra gedankt.
Auch sonst haben sich einzelne Mitglieder verdient gemacht. Ohne den Anhänger von Herrn Kunkel wären die Häuschen zur Winterabdeckung der Parkfiguren nur schwer an ihren Platz gekommen, Herr Meysel und Herr Kern machten ohne Höhenangst die Wetterfahne auf dem Gewächshaus wieder gangbar. Unser Senior, Herr Hollidt, schleppte schier unermüdlich die vollen Schutteimer zur Mulde, Frau Kern erledigte noch sonstige „weibliche" Arbeiten. Der Arbeitseinsatz im Park war um 16:00 beendet. Die Mulde wurde mit gut 10 Kubikmetern Schutt randvoll.
Das über dem Heizungskeller eingebrochene Dach wollte man in den nächsten Tagen noch mit einer Plane abdecken, eine provisorische Maßnahme, keine Dauerlösung, wie auch das Auswechseln schadhafter Glasscheiben des Daches gegen Kunststoffscheiben.